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Alte Fabrik in Mittweida und warum es in München auch nicht besser ist

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Mit dieser simplen wie unbestrittenen Erfolgsformel hat man allermeist schon halb gewonnen – ziemlich egal, welches Ziel man verfolgt. Wenn man sich gerade da befindet, wo das zurzeit gefragt ist, was man hat oder leisten kann, dann hat man fast zwangsläufig Erfolg. Das setzt natürlich zuallererst Mobilität voraus, um dort sein zu können, wo man gefragt ist und die Menschen gerade das haben wollen, was man ist, kann oder hat. Immobilien – nomen es omen – bilden hier die regelbestätigende Ausnahme. Fast alles lässt sich und wird heute von A nach B gekarrt – ein Blick auf unsere Autobahnen mit ihren endlosen LKW-Kolonnen genügt. Eine Immobilie hingegen ist stets dem Schicksal ihres Umfelds ausgeliefert. Und wenn zur gegebenen Zeit am betreffenden Ort zum Beispiel gerade keiner Fabrikgebäude braucht, dann stehen sie leer und verfallen. Das betrifft vor allem die Überbleibsel aus der DDR-Planwirtschaft. Nicht sprichwörtlich, sondern ganz tatsächlich über Nacht mussten sich die abgewirtschafteten Betriebe mit ihren teils völlig überalterten Maschinen in den Wettbewerb zu ihren westlichen Konkurrenten stellen. Wie aussichtslos das für die allermeisten Unternehmen war, wissen und sehen wir eben heute alle noch. So entstand ein Überangebot an Produktionsflächen und -gebäuden, die keiner brauchte und bis heute so braucht.

Nicht nur aber auch weil ich einst in München das Licht der Welt erblickte und ein Teil meiner Familie heute noch dort lebt, bin ich immer wieder mal dort. Nie länger als für ein paar Tage. Meine Geburtsstadt und Heimat früher Kindertage ist mir in den Jahren einigermaßen fremd geworden. Heimweh? Fehlanzeige!

Das einstige große Dorf München – beschaulich, gemütlich und gesellig und schon fast von südländisch-lebensfreudiger Gelassenheit, dem rückblickend selbst die alte Schickeria eher noch beitrug als dass sie wirklich großstädtisches Flair Einzug halten ließ (Baby Schimmerlos lässt grüßen), ist München heute zu einer Art Lederhosen-und-Dirndl-Disneyland verkommen, in dessen meist hoffnungslos überfüllten und überteuerten Biergärten die Hipster am Hotspot der Gemütlichkeit trendig an einer Maß Bier nippen, die sie in gepflegtem Hannoveraner-Deutsch bei der brandenburgischen Bedienung bestellt haben, während am Nachbartisch Touristen aus der halben Welt aus einer natürlich in ihrer Landessprache abgefassten Speisekarte einen Schweinsbraten mit Semmelknödel bestellen. Na Servus!

München ist derart trendy, dass es von Jahr zu Jahr immer noch mehr Menschen anzieht, die hinziehen. Die Stadt wächst und wächst. Auf jedem bebaubaren Fleckchen entstehen neue und immer noch teurere Wohnungen. Für den Preis eines schönes kleinen Einfamilienhäuschens im Chemnitzer Umland bekommt man in München nicht mal mehr ein Garagengrundstück. Für ein Bier in einem Münchner Biergarten bekommt man in Chemnitz ein ganzes Abendessen. Für einen Abend Parken in der Innenstadt kann man in Chemnitz einen Tiefgaragenplatz einen ganzen Monat lang mieten. Inzwischen ist in München alles derart teuer, dass man nur noch den Kopf schütteln kann.

Alle, die es sich irgendwie leisten können, wollen aber in den großen bewohnbaren Ganzjahres-Vergnügungspark namens München und für die Dauerkarte ist ihnen fast kein Preis zu hoch. Hauptsache man ist dabei und hat auch einen Platz auf dem Karussell der Eitelkeiten.

Würde dieses schöne Fabrikgebäude in München stehen, wäre es entweder bereits seit langem abgerissen und an seiner Stelle wären teuer vermietete Wohnungen gebaut worden oder man hätte - noch besser - aus den alten Fabrikhallen Loft-Wohnungen gemacht und für noch mehr Geld vermietet. In München muss man sich für eine Wohnung bewerben wie für einen hochbezahlten Traumjob. Es ist gar nicht die Frage, ob man sich eine Wohnung leisten kann, sondern nur, ob man überhaupt eine bekommt. Geld darf da nicht wirklich eine Rolle spielen! Wenn irgendwo die Metapher "Beton-Gold" ihre reale Entsprechung findet, dann in und um München.

Nun kenne ich auch einige Münchner, die, konfrontiert mit der Vorstellung beispielsweise in Chemnitz wohnen zu müssen, einen Gesichtsausdruck bekommen, als wollten sie mich an meinem Verstand zweifelnd gleich fragen, ob es dort schon überall elektrisches Licht und fließend Warmwasser gibt. Bei dieser Vorstellung laufen im Kopfkino wohl immer noch Parteiparaden, verfallende Innenstädte, Schlangen vor fast leeren Geschäften und knatternd-stinkende Trabbi-Kolonnen ab. Gefühlt sind die Bundesländer Mitteldeutschlands für diese Leute mindestens so weit weg wie Nordkorea und zugehen wird's dort wohl außerdem ähnlich.

Genau so weit weg sind sie von der zwischenzeitlichen Realität. Denn wie bei einer Firma ist es hier auch: es kommt auf das Ergebnis unterm Strich an. Die Statistiker mögen sich nicht täuschen, wenn sie sagen, im Osten beträgt die Produktivität immer noch nur 75 % des Westens und insofern können auch die Löhne nicht so hoch sein wie "drüben". Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die ganze ist, dass man hier schon sehr gut leben kann, auch wenn man ein deutlich niedrigeres Gehalt als beispielsweise in München bekommt. Denn nahezu alles – insbesondere die Mieten – sind hier wesentlich günstiger als in München. Unterm Strich eben hat man möglicherweise gar nicht weniger Geld zur Verfügung als ein Münchner, der dort einen ähnlichen Job macht wie man selbst.

Schließlich und nicht unbedeutend kommt bei München speziell noch hinzu, dass immer noch mehr Menschen das Umland besiedeln, wodurch die jetzt schon heillos überfüllte Innenstadt nur immer noch vollgepfropfter wird. Allgegenwärtig ist Gedränge, Stau und Platzmangel. Einfach mal so in die Stadt, heißt in München viel Geduld und trotzdem viel Geld mitbringen. Und was reinwärts gilt, trifft auch rauswärts zu. An einem schönen Wochenende einen Abstecher in die Berge machen zu wollen, ist auch eher ein nervenzehrendes Geduldsspiel als eine Freude. Da ist es fast egal ob man mit dem Auto oder zu Fuß unterwegs ist - über weite Strecken kommt man nicht schneller voran. Die scheinbare hohe Lebensqualität in München hat ein bisschen was von den Zuständen in der früheren DDR: angucken ja - hinkommen und haben nein.

Das alles ist übertrieben, einseitig, polemisch und überspitzt? Natürlich! :-) Ich freue mich auf meinen nächsten Besuch in meiner wunderschönen Geburtsstadt - aber auch darauf, immer wieder nach Hause zu kommen in meine ebenso schöne Wahlheimat Chemnitz.


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