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Blechumformungswerk in Leipzig

Einer der unzähligen Betriebe, die kurz nach dem Zeitpunkt, ab dem aus dem DDR-Bezirk Leipzig wieder ein Teil des neuen Sachsens wurde, dicht machen musste. Alsbald nach der ‚Wende‘ wurde hier die Produktion von Kraftstoffbehältern, Abgasanlagen und Tankwagenaufbauten, die hier seit den 50er Jahren erfolgte, eingestellt. Wohl (ACHTUNG Unwort!) alternativlos weil aussichtslos mittellos, der quasi über Nacht über die Ost-Betreibe hereinbrechenden westlichen Konkurrenz etwas entgegenzusetzen. Da war es damals sicher auch kein Trost für die Betroffenen, dass sie in großer Gesellschaft mit anderen Schicksalsgenossen waren, während – apropos „Genossen“ – die damaligen Betriebs- und Kombinatsdirektoren ihre damals schon im trockenen stehenden Schäfchen erst gar nicht nass werden ließen und alsbald irgendwo titular Geschäftsführer hießen. Es war eine wahrlich wilde Zeit. Es herrschte teils eine enorme Aufbruchsstimmung, die viele Glücksritter westlicher Provenienz in den „wilden Osten“ lockte, versprach er doch das schnelle Geld, die steile Karriere und bescherte anfangs auch das wohltuende Gefühl der omnipotenten persönlichen Überlegenheit. Im Zentrum des Geschehens stand ein eilig zusammengezimmerter staatlicher Monster-Konzern namens Treuhand-Anstalt, der quasi die Rolle der Bank und ihre Vertreter die der Groupies am großen Roulett-Tisch einnahmen, an dem die wirtschaftlichen Überbleibsel der DDR verschachert wurden. Und in der Tat hieß es dann: „Ihre Einsätze bitte“, worauf wenig später fast immer die Ansage folgte „Nichts geht mehr“. Auch eine Wahrheit dieser Zeit war, dass sich meist die zweite Garde gen Osten aufmachte. Denn der, der es im Westen bereits zu etwas gebracht hatte, dort fest beruflich und familiär verwurzelt war, fühlte sich tendenziell weniger aufge- und berufen zum Aufbau Ost. So kamen die nach der zweiten oder überhaupt ersten echten Chance suchenden. Die Regel bestätigenden Ausnahmen sind sicher nicht von zu kleiner Zahl, aber es sind eben die Ausnahmen geblieben. In den inzwischen mehr als zwei Jahrzehnten ist viel passiert. Gras ist über die Sache gewachsen und das im wahrsten Wortsinne, wenn man sich die von der damaligen Zeit noch übrig gebliebenen Industrieruinen ansieht. Inzwischen ist so viel Zeit vergangen, dass sich die DDR für nicht wenige in Ostalgie verklärt, in der man in passender Stimmung und vielleicht auch Promillezahl dann gerne schwelgt. So verläuft Geschichte. In diesem Fall alles in allem doch mit einem Happy End, wie ich finde.


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