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Ehemaliges Buchgewerbehaus in Leipzig

Er war der Steve Jobs des Mittelalters und wäre heute 618 Jahre alt. Vor knapp 600 Jahren staunten die Menschen über seine Erfindung genau so wie das Publikum, das der Präsentation des ersten iPhones beiwohnen durfte. Plötzlich war es möglich, ein Mal geschriebenes nahezu beliebig oft zu vervielfältigen - der Buchdruck war erfunden. Dank Johannes Gutenberg war ein Buch plötzlich nicht mehr zwingend ein handgeschriebenes Einzelstück, das nur einem kleinen erlauchten Kreis von Gelehrten zugänglich war, die nicht nur für sich, sondern für alle anderen gleich mit festlegten, was richtig und falsch ist oder im Zweifel zu sein hat. Es war der epochale Ausgangspunkt einer Entwicklung, die Wissen sozialisierte, indem es einer größeren Zahl an Menschen zugänglich wurde und die heute im Internetzeitalter angekommen ist, aber sicher noch nicht an ihrem Ende. Der leider früh an Krebs verstorbene Gründer der Firma mit dem angebissenen Apfel als Firmenzeichen und der sich auf effektvolle Produktpräsentationen verstand wie kaum ein anderer, hat den Staffelstab von Gutenberg in seiner Weise übernommen und uns das Wissen der Welt in die Hosentasche gesteckt. Kaum eine Frage, die uns das digitale Orakel aus Kalifornien nicht in Sekundenschnelle beantworten kann - jederzeit und überall, dank des kleinen flachen Geräts, das kaum mehr als 100 Gramm wiegt, kaum aufträgt und mehr Rechenleistung besitzt, als damals für den Flug zum Mond zur Verfügung stand. Wann (nicht ob!) es wohl die erste "Fly Me to the Moon"-App geben wird? So wie keine ewig währt, neigt sich die Ära der gutenbergschen Erfindung langsam ihrem Ende zu. Das schnelle und massenhafte Aufbringen von Text und Bild auf Papier wird zunehmend obsolet. Die Buch- weicht zunehmend der Bildschirm-Seite. Wikipedia hat dem alten Brockhaus-Lexikon schon den Garaus gemacht - vor wenigen Monaten erschien das letzte Exemplar - der Vertrieb wurde eingestellt. Wer hätte das mal gedacht. Es ist wohl eine Frage noch einer, höchstens zweier Generationen, bis zum Beispiel auch die gedruckten Tageszeitungen ganz verschwunden sein werden. Der Niedergang ihrer Auflagenzahlen läuten den Untergang ihrer Druckhäuser ja heute schon unübersehbar ein.

Unser heutiges Fotomotiv hat in bedeutender Weise mit dieser zu Ende gehenden Ära zu tun. Das Buchgewerbehaus zu Leipzig lag einst in Leipzigs so genanntem graphischen Viertel, in dem um die vorletzte Jahrtausendwende viele große Unternehmen der Buchindustrie nebst bedeutenden Verlagen - wie einst auch der kürzlich verschwundene Brockhaus-Verlag - domizilierten. In dem seit Jahren ungenutzten und zunehmend verfallenden Gebäude war einst der Deutsche Buchgewerbeverein untergebracht - eine Art FIFA aller Akteure rund um die zwischen zwei Buchdeckeln gebundenen Seiten mit Text und Bild.

Wir betreten das große Eingangsportal mit seiner ausladenden Freitreppe. Sofort wird uns klar, hier hat einst Bescheidenheit nicht die Feder des Architekten auf dem Reißbrett geführt. Wir gehen die Stufen hinauf und sehen uns sofort einigermaßen beeindruckt um. Lange Flure, die von einem mächtigen Treppenhaus in das weitläufige Gebäude führen. Schnell offenbaren sich auch die (um)baulichen Hinterlassenschaften der DDR-Zeit. Auf die reine Zweckerfüllung reduzierte Verkleinerung von Räumen durch schloddrige Zwischenwände wie -decken. Auch fällt auf, dass das Gebäude einige Teile durch das Bombardement im zweiten Weltkrieg verloren hat, die nicht wieder aufgebaut worden sind. Ein Bauwerk gezeichnet von Narben seiner wechselvollen Vergangenheit, die wir ebenso im Fokus unserer Kamera nicht ausblenden wollen.

Zufrieden weil in guter Voraussicht auf gelungene Fotos treten wir den Rückweg an. Noch ein Mal über das stolze Eingangsportal in Richtung Ausgang.

In der Geschichte der Menschheit sind schon einige Kapitel geschrieben und in jedem haben sich die Protagonisten eingerichtet in dem wiederholten Irrglauben, es bleibe so, wie es ist. Man kann es ihnen vielleicht auch nicht verübeln, kannten sie doch nur das eine, das ihre Kapital und ahnten nichts von denen, die noch folgten und folgen im Roman über die, deren Spezies wir angehören. Wollen wir in unserem Kapitel unseren Beitrag dazu leisten, dass sich die Geschichte gut fortsetzt und der Roman des Lebens für jeden ein Happy End haben möge.


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