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Elhagyott szálloda Kelet-Magyarországon (Verlassenes Hotel im Osten Ungarns)

800 km geradewegs gen Osten. Nach Ungarn und dort bis in die Nähe der slowakischen Grenze. Quartier in Eger in einer kleine familiäre Pension. Kein stereotyp eingeübtes und unüberseh- und hörbar professionell-gleichgültiges "hatten Sie eine angemessene Anreise", wie man es von den überall gleichen und jedweder regionalen Individualität enthobenen großen Hotelketten kennt, sondern ein wirklich menschlich-herzlicher Empfang. Eger selbst ist eine hübsche Kleinstadt, die einen Besuch wert ist. Eine liebevoll restaurierte Altstadt mit vielen Cafés und Restaurants, die die Entscheidung, wo man sich niederlässt, im besten Sinne schwer machen. Zudem kaum Touristen oder zumindest so wenige und/oder solche, die nicht auffallen. Schön! Hier, im hinteren Ungarn ist man freilich nicht gleich in einer anderen Welt, aber doch ist es hier auffallend anders und spürbar fremd. Das fängt schon bei der Sprache an. Weder Satzanfang noch -ende, geschweige denn einzelne Wörter sind für mich zu identifizieren. Ein undurchdringlicher Wust an Lauten. Umgekehrt ist es aber wohl sicher genau so. Ich bin dankbar über jeden, der sich ein paar Worte meiner Landessprache angeeignet hat oder sich aufs englische versteht. Das sind übrigens zu meiner freudigen Überraschung Viele. Dass wir hier außerdem in einer sehr traditionsreichen Weinbau-Region sind, lässt sich auch sofort unschwer erkennen. Lange bevor die hoch gehandelten Traubensäfte aus Bordeaux und Co. oder gar aus der "Neuen Welt" ihren Siegeszug antraten, waren die Weine dieser Region das klar präferiere Getränk an den Tafeln der europäischen Königshäuser. Selbst Göthe ließ seinen Faust den Tokaja lobpreisen und schon Papst Pius IV. (1499-1565) soll, als man ihm ein Glas Tokaji reichte, bemerkt haben: „Summum pontificem talia vina decent!“ („Solcher Wein gehört auf den päpstlichen Tisch“). Der Sozialismus setzte der Qualität und damit Vormachtstellung der Vinzer dieser Region ein jähes Ende. Die fortan auf Masse statt Klasse ausgelegte und von Plan- und damit Mangelwirtschaft geprägte Produktion führte zum Niedergang der einst hohen Reputation der hiesigen Weine. Wer heute ungarischen Wein aus dem Supermarktregal nimmt, hat es nicht selten eher auf die Wirkung als auf die geschmackliche Qualität abgesehen. "Château Migrän". Traurig! Denn wir haben hier genussreich erfahren dürfen, dass von dem einstigen Können nichts verloren ging. Es gibt hier große Gewächse, die ein Hochgenuss selbst für den anspruchsvollsten Weinkenner und -trinker sind. Die Spitzenweine, die es problemlos mit ihrem französischen, italienischen, spanischen oder deutschen Konkurrenten aufnehmen könnten, findet man selbst im gut sortierten Weinfachhandel außerhalb Ungarns vergebens. Tja, ist der Ruf erst mal ruiniert ... Das alte Hotel, das wir besucht haben, ist eines der letzten Zeugnisse dieser sozialistischen Ära in Ungarn. So wie bei uns in den neuen Bundesländern, sind diese verlassenen Orte auch hierzulande geschichtliche Gefrierschränke, in denen die Zeit regelrecht stehengeblieben zu sein scheint in dem Moment, in dem die sie verlassen wurden. Dieser alte Kasten hat sicher keine Zukunft mehr. Möge der ungarische Wein um so mehr einer blühenden Zukunft entgegenwachsen.


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