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Getreidespeicher und Kornsilo

Die Welt ist ungerecht. Während wir hier schon relativ komfortabel von der Hand in den Mund leben können, ohne dass wir mit dieser irgendetwas dafür tun müssten, reicht für Menschen in anderen Teilen der Welt schwerste Hände Arbeit kaum aus, satt zu werden. Wir leben so gesehen wirklich im Schlaraffenland. Jedes achte Lebensmittel werfen wir so wie gekauft gerade wieder weg und das summiert sich auf über 80 Kilo im Jahr - zumindest im Durchschnitt von uns allen in diesem Land. So bekommt unsere Mülltonne deutlich mehr zu essen als jeder einzelne der über 800 Millionen Menschen auf der Erde, der hungrig zu Bett gehen muss, um nur noch hungriger morgens wieder aufstehen, ohne an einem einzigen Tag Aussicht darauf zu haben, mal richtig satt zu werden.

Und heute besuchen wir einen Quellursprung unseres Überflusses - allerdings dieser bereits seit vielen Jahren schon versiegt: Es geht zu einem aufgegebenen Getreidespeicher mit stillgelegter Kornmühle.

Wir starten am frühen Vormittag in Richtung unserer sächsischen Landeshauptstadt. Dort liegt unser heutiges Fotoobjekt an einer schmucklosen und recht menschenleeren großen Ausfallstraße. Wir parken den Wagen in einem Rest Einfahrt in das riesige Gelände und machen uns per pedes auf, das Gelände zu erkunden.

Ungehindert wuchernde Natur. Der Blick noch verschluckt von der Dichte des Gestrüpps. Aber nach einem kurzen Fußmarsch, der Verkehrslärm der großen Ausfallstraße inzwischen auf ein dumpfes Brummen geschmolzen, tun sich vor uns die riesigen Gebäude auf. Wir stehen auf dem mit geborstenen vermoosten Betonplatten belegten Hof und sind umringt von den Fassaden, in denen kein einziges der unzähligen Fenster noch eine intakte Verglasung aufweist, was die Gebäude noch wuchtiger und auch ein wenig bedrohlich erscheinen lässt. Der typische modrig-feuchte Geruch des Verfalls dringt aus den riesigen Gemäuern auf den Hof.

So haben wir unsere Witterung aufgenommen und nähern uns zunächst einem augenscheinlich reinen großen Lagerhaus. Die Ausdehnungen sind riesig. Etage für Etage eine sich im Horizont verjüngende endlos wirkende Säulen-Parade. Weiter geht's in die benachbarten, offensichtlich älteren Gebäude ähnlich gewaltiger Ausdehnung. Die ebenso riesigen Etagen sind durchzogen von großen Rohrleitungen, die mitten durch den Raum führen und diesen förmlich durchstechen wie ein Strohhalm einen mehrschichtigen Cocktail. Der jahrelange Verfall hat aus diesen einst reinen Zweckgebäuden kunstvolle Skulpturen geschaffen - morbid Art by nature. Faszinierend und schön zugleich.

Dass wir die Möglichkeit haben, diesem Ort seine eigene besondere Schönheit zu entlocken ist ein Privileg, das uns hier besonders bewusst wird. Denn nur wer in der Maslowschen Bedürfnishierarchie oben steht, hat die Freiheit, sich in der Leichtigkeit des Feinsinns den Schönheiten dieser Welt mit Muße hinzugeben. Wenn der Magen kracht, einem die Glieder frieren und das Dach über dem Kopf aus verrottetem Wellblech besteht, die wenigen Habseligkeiten in unseren Breiten bestenfalls als Restmüll gelten würden, dann hat man nur eins in Sinn: Überleben. Man ist jeder Freiheit beraubt. Gefangen im permanenten Kampf ums tägliche schlichte Sein. Haben wir in unseren so genannten entwickelten Industrienationen ein Anrecht auf unsere wohlstandsbeschwerten Leiber und gehegten Luxus-Problemchen, die für die anderen wie blanker Hohn klingen müssen? Wenn ja, woher? Die Welt ist ungerecht.


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