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Stillgelegte Baumwollspinnerei und -färberei ...

... und der Quellursprung unserer Überflussgesellschaft. Was wir hierzulande an einem Abend für einen zweisamen Restaurantbesuch bezahlen, verdient eine Näherinnen in Bangladesch kaum im Monat. Dafür arbeitet sie täglich so viel, wie ihre Kollegin in Deutschland kaum an zwei Tagen. Ganz zu schweigen von den Arbeitsbedingungen, die einem hiesigen Arbeitgeber sofort die behördliche Betriebsstilllegung bescheren würde.

Und damit wir gelegentlich schick Essen gehen und uns auch sonst das ein- oder andere Wohlstands-Sahnehäubchen gönnen können, kaufen wir T-Shirts für 1,99 €. Ein, wenn auch nicht besonders aufwendiges, aber doch ganzes Kleidungsstück für weniger als das Trinkgeld vorerwähnten Abendessens! Und das wird zu diesem Preis nicht aus altruistischen Motiven unter Bedürftigen zu weniger als den Einstandskosten verteilt, nein, es wird zu dem Preis verkauft (!), weil sich damit trotzdem noch Profit machen lässt – für den Einzelhändler, den Großhändler, den Importeur, den Spediteur, den Exporteur, den Produzenten. Alle verdienen an den Eins-Neunundneunzig (!). Das geht nur, wenn man einen Kostenfaktor in der Wertschöpfungskette drastisch auf ein Minimum reduziert, den Faktor < Mensch >. Da das in unserem Land nicht zu machen ist, weichen die Unternehmen seit vielen Jahren schon in Länder wie Bangladesch, Indien, Thailand oder Indonesien aus, in denen die menschliche Arbeitskraft zum kleinen Rundungsbetrag zu bekommen ist und das in nahezu unbegrenztem Umfang. Fremdwort < Fachkräftemangel >.

Freiheit und Knechtschaft sind zwei Seiten der gleichen Münze oder des gleichen Gelscheins. Denkt man sich das Geld mal weg, und betrachtet nur Ursache und Wirkung, so zeigt sich des Geldes eigentliche Funktion als humanistischer Stoßdämpfer zwischen den in Freiheit lebenden und den Geknechteten. Geld macht nicht glücklich. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen durchgesetzt. Aber es macht frei! Es gibt uns die Freiheit das zu tun oder zu lassen, wonach uns (!) der Sinn steht - wir müssen für unseren Lebensunterhalt nicht arbeiten, wenn wir nur genug davon haben. Es gibt uns die Freiheit so zu leben wie wir uns es wünschen. Es gibt uns Freiheit aus Sicherheit - die Sicherheit, immer genug zu essen zu haben und ein (schönes) Zuhause. Geld gibt uns Zeit – Lebens-Zeit, die uns frei zur Verfügung steht, über die wir bestimmen, was in ihr geschieht, in der wir Herr des Geschehens sind. Je weniger Geld wir aber haben, desto weniger haben wir von dieser Freiheit. Umso mehr müssen wir für die, die davon viel haben, etwas tun, damit sie uns etwas davon abgeben, und das entspricht meist nicht dem, was wir tun würden, könnten wir völlig frei darüber bestimmen, womit wir uns beschäftigen.

Jetzt werden Sie vielleicht einwenden, dass es auf dieser Welt nicht nur Stinkreiche und Bettelarme gibt. Richtig! Das vorhin benutzte Extrem sollte der Verdeutlichung dienen. Doch die Wirkung des Geldes ist keine andere bei einer Arbeiter-Familie, die durch Sparsamkeit und Fleiß zu bescheidenem Wohlstand gekommen ist oder bei der kinderlosen Akademiker-Familie mit Häuschen im schmucken Nobelvorort. Der Wirkungsgrad verläuft auf einer linearen Skala - Euro für Euro oder Dollar für Dollar (setzen Sie die gewünschte Währung ein). Je mehr Geld man hat, desto mehr ist man Selbstbestimmt - tatsächlich sein eigener Herr. Und wenn Sie jetzt noch einwenden würden, dass es doch auch viele Menschen gibt, die nicht viel Geld brauchen, weil sie sich nicht viel aus materiellem Wohlstand machen, mit einem kleinen oder vielleicht sogar überhaupt keinem Auto und einer kleinen Wohnung tatsächlich zufrieden sind und es am schönsten finden, im Urlaub zu zelten und ausgedehnte Wanderungen zu machen, ihre Klamotten im Secondhandladen kaufen und telefonisch über ein altes Nokia Handy erreichbar sind, wenn sie es denn mal eingeschaltet haben und die Bücher aus dem Antiquariat lesen. Auch da haben Sie recht! Es gibt keinen festen Betrag – der Preis der Freiheit ist relativ, er liegt aber niemals bei 0,--! Auch ein Diogenes von Sinope der Neuzeit braucht in unserem Gesellschaftssystem ein bestimmtes Quantum an Geld bzw. muss es sich erst beschaffen, um seine basalen Grundbedürfnisse zu befriedigen. Die Näherin aus Bangladesch würde mit dem aktuellen Hartz4-Satz von rund 400 € ein Leben in sehr großer Freiheit führen können. Mit den dann hier noch üblichen Zuschüssen für Wohnung, Möbel, Kleidung, Kindergeld usw. wäre sie in ihrer Heimat reich. Hierzulande würde es dafür nicht reichen.

Wir leben glücklicherweise in einem Land, in dem man mit relativ gut zu bewältigendem Aufwand zu so viel Geld kommen kann, wie es hier für ein Leben mit einem recht hohen Freiheitsgrad nötig ist. Und selbst wenn man diesen Aufwand nicht betreiben kann oder will, braucht man sich nicht sorgen, nichts zu essen zu kriegen oder kein Dach über dem Kopf zu haben. In den Ländern, die Ursprung unserer vielen Cent-Artikel sind, ist hingegen der Aufwand, wenigstens so viel Geld zusammen zu bekommen, dass man genug zu essen und ein Dach über dem Kopf hat, vielfach kaum zu bewältigen.

Diese gänzlich inhumane, und um es noch deutlicher zu sagen, ausbeuterische Korrelation aufzubrechen, hätte zur Folge, dass ein T-Shirt wieder mindestens 5 Euro kostet. Wieso ? Ein T-Shirt war noch Anfang der 90er Jahre kaum unter 10 D-Mark zu bekommen, da es, wenn nicht in Deutschland, doch wenigstens im europäischen Ausland produziert wurde und das von Menschen, die von dem, was sie damit verdienten, mehr oder minder passabel leben konnten.

Unsere Gesellschaft würde nach meiner Überzeugung nicht verarmen, wenn die Cent-Artikel aus den Ladenregalen verschwänden. Um weiter bei unserem T-Shirt zu bleiben: Man würde damit dann vielleicht auch etwas pfleglicher umgehen und es länger tragen. Man würde damit den immer schnelleren Kreislauf von kaufen – wegwerfen – kaufen – wegwerfen verlangsamen, wodurch sich der höhere Preis im Geldbeutel auch deutlich weniger bemerkbar machen bis neutralisieren würde. Das wichtigste dabei wäre aber, dass die Menschen, die täglich 14-16 Stunden für einen Hungerlohn unter unmenschlichen Bedingungen schuften, die Chance auf ein menschenwürdiges besseres Leben bekämen.

Wenn Sie jetzt schließlich sagen würden, ich allein ändere doch nichts, außer dass ich (unnötig!) mehr Geld ausgebe und mir dennoch nicht mehr leisten kann. Auch da haben Sie recht, wenn sich alle anderen das auch sagen.


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