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Verlassene Leder-Fabrik

Nach einer zuletzt langen Tour entschließen wir uns, diesmal eher wieder in heimischen Gefilden zu agieren. So machen wir uns auf ins nahe gelegene Erzgebirge, das per se stets einen Ausflug wert ist und das zu jeder Jahreszeit. Wüssten mehr Menschen, wie schön es hier ist, wäre touristisch viel mehr los. Aber solange immer noch einige Alt-Wessis zweifeln, ob es bei uns schon Strom und fließend Wasser gibt, wird das wohl auch noch eine Weile dauern.

Unser heutiges Ziel ist eine seit langem schon stillgelegte Lederfabrik. In dem kleinen Ort, in dem sie sich befindet, angekommen, tut sich der Kollos aus Backstein unvermittelt vor uns auf und nimmt fast das ganze Blickfeld ein. Die Wirkungsstätte vieler 100 Menschen, die sich einst täglich daran machten, Tierhäute menschlich gebrauchsfähig zu machen, wirkt heute wie völlig aus ihrer Zeit gefallen.

Rückseitig lädt uns eine weit offen stehende Tür ein einzutreten. Unendliche Weiten der Leere und der Tristesses. Der Wind durchwühlt den Staub in dem feucht-klammen Gemäuer. Verfall liegt in der Luft. Wir durchstreifen die riesigen einstigen Produktionshallen und sind beeindruckt von deren Ausdehnungen. Wie viele, ihr Leben lassenden Tiere wohl täglich notwendig waren, um die enorme Kapazität dieser Fabrik einst auszulasten? Man mag es sich kaum vorstellen.

War es für unsere frühen Vorfahren regelrechte Überlebensnotwendigkeit, sich mit Tierhäuten zu bemänteln, um sich vor allem vor Kälte zu schützen, ist heute die blanke Notwendigkeit der blanken modischen Gefälligkeit gewichen, was auch moralischen Fragen Raum gibt. Wenn heute noch eine Frau mit einem ausladenden Pelzmantel durch die Stadt flaniert, kann sie sich mindestens kritischer Blicke sicher sein. Bei Leder ist das nicht so - vielleicht auch nur noch nicht. Jedenfalls kann man darin heute eine gewisse Doppelmoral erkennen wollen. Aber so ist es in vielen anderen Dingen auch. Was gesellschaftlich anerkannt ist, kommt entscheidend auf den kulturellen und zeitgeistlichen Kontext an. Dabei wird hier nur einer nicht gefragt: der Materiallieferant – das Tier.

Inzwischen sind die Bilder gemacht. So geht's wieder zurück in die unmittelbare Zivilisation und auf den Heimweg. Wir diskutieren auf der Rückfahrt noch ein wenig über die in unserer Gesellschaft zu vielfach vorhandene Doppelmoral, die auf unterschiedlichste Weise ihre Opfer hervorbringt. Tja, wie schon der große britische Philosoph, Bertrand Russell, sagte: auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben.


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