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Verlassene Villa in Chemnitz

Chemnitz hat viele alte Villen, die heute noch vom frühindustriellen Reichtum der Stadt zeugen. Die reich gewordenen Chemnitzer Unternehmer und Fabrikbesitzer wollten mit ihren Prachtbauten dem mit ihrem Geld auch erlangten gesellschaftlichen Stand ein äußeres Zeichen setzen und entsprechend repräsentieren. Die herrschaftlichen, zum Teil fast schlossähnlichen Gebäude verfehlten ihre Wirkung damals wie heute nicht. Jeder, der dort zu Besuch kam, erkannte Wohlstand, Macht und Einfluss der Gastgeber. Wenn ich heute die teilweise seit vielen Jahren leerstehenden und in der DDR meist zu ganz anderen Zwecken – nicht selten auch als Kindergärten oder -heime - genutzten Gebäude betrete und die damalige Zeit und die früher herrschenden Umstände reflektiere, komme ich schnell zu der Erkenntnis, dass ich tatsächlich in einem solchen Haus(halt) nicht hätte leben wollen. Auf den ersten Blick und im zunächst wirkenden Eindruck scheint es eigentlich sehr erstrebenswert, von derart opulentem Luxus umgeben zu Leben. Bei näherer Betrachtung des hier herrschenden Alltags, kommen mir dann allerdings doch Zweifel. Man hat hier nach einem strengen Protokoll gelebt und täte es wahrscheinlich heute noch. Der Tagesablauf war durchdrungen von ritualisierten Verpflichtungen, die kaum bis keinen Spielraum persönlicher, individuell entfalteter privater Lebensführung zuließen. Nach Hause kommen, Anzug und Krawatte, Blaumann oder was auch immer einen berufsbedingt kleidet, gegen Jeans und T-Shirt tauschen, die Füße hochlegen und es sich mit einem Bier auf der Couch gemütlich machen, würde hier einem Sakrileg gleichgekommen. Undenkbar – unmöglich – ausgeschlossen! Die von Knigge normierten Regeln bestimmten jederzeit das Verhalten – auch in den eigenen vier Wänden. Keine Privatsphäre in der Art, wie sie wohl die allermeisten von uns heute kennen, täglich leben und darauf keinesfalls verzichten wollen. Was nützt der prächtigste goldene Käfig, wenn man den Schlüssel dazu nicht hat oder besser sich nicht trauen kann, ihn zu benutzen. Da komme ich dann doch lieber jeden Abend nach Hause in unsere schöne gemütliche Etagenwohnung, hau' mich mit alten bequemen Klamotten auf's Sofa, gönn' mir ein Feierabendbier und leg' die Füße auf den Tisch und denk' mir dabei, dass es doch so vieles gibt, für das man kein oder nur sehr wenig Geld braucht. Es ist schon was dran: Geld macht nicht glücklich.


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