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Verlassene Villa

Was bin ich? So hieß eine jahrelang ausgestrahlte Fernsehsendung mit Robert Lempke als Moderator, der mit dem Esprit eines Friedhofswärters mehr die Sendung durchführte, als durch sie zu führen. Seine Moderation erschöpfte sich denn auch im wesentlichen in der laufenden schiedsrichterlichen Ermahnung seiner auch nicht gerade vor humorvoller Eloquenz sprudelnden Mitstreiter, ja nur nach den für diese Sendung aufgestellten Regeln den Beruf des jeweiligen Gastes mit Umschreibungen zu erraten. So sollte die dem Gast übergestülpte Frage "wer bin ich?" zumindest hinsichtlich seines Berufs beantwortet werden. Noch vor Ausstrahlung der nächsten Sendung hat man den Gast und seinen Beruf schon wieder vergessen. Eine bedeutungslose Randnotiz der Fernsehgeschichte. Ein untergerührtes Bröckchen im medialen Unterhaltungsbrei. Hingegen für den Kandidaten dieser drögen Ratesendung war das Erlebnis, ein mal fast eine Stunde die Hauptfigur einer Fernsehsendung zu sein, das Allergrößte, das er möglicherweise sein leben lang schwärmend erzählt.

Das ist der Unterschied. Vor der Frage, "wer bin ich?", steht also "für wen bin ich?".

Unsere schnelllebige Zeit, in der man augenscheinlich immer zu viel verpasst und man deshalb versucht, so viel wie möglich mitzunehmen und mitzumachen - ich hab' und bin dabei, also bin ich - , ist nicht die, in der es einem leicht fällt, sich mit so lebensgrundsätzliche Fragen zu beschäftigen.

Wenn man auf der Bühne seines Lebens immerzu nach der Hauptrolle trachtet und pausenlos Auftritt, bleibt keine Zeit, über das Engagement und das Theater selbst nachzudenken - es einmal in Frage zu stellen - sich zu fragen, ob die Rolle, die man spielt, überhaupt zu einem passt, ob überhaupt das Theater in dem man auftritt das richtige für einen ist - ob es nicht andere Spielstätten und Stücke gibt, die einem viel mehr zusagen, in denen man die Rolle seines Lebens viel lieber spielen will. Wenn sie jetzt in diesem Bilde bleibend entgegnen, dass man ja erst mal ein Engagement bekommen muss, um die Bühne und das Theater wechseln zu können, sage ich Ihnen, da haben Sie natürlich völlig Recht. Nur wenn man sich gar nicht erst die Frage stellt, ob man im für sich richtigen Theater auftritt und im richtigen Stück mitspielt, dann hat man sich a priori jeder Möglichkeit beraubt, das zu sein, was man will.

Man hat viel mehr in seiner Macht, als man denkt oder sich mitunter zutraut. Nehmen Sie den Beruf. Nehmen wir nur mal rein hypothetisch an: Schon die Tätigkeit an sich ist ihnen zuwider. Hinzu kommt ein langer Arbeitsweg - häufig Stau - zu kommen zu spät nach Hause. Dann die Kollegen, die über sie tuscheln, sie in der Mittagspause schneiden, Ihnen nie helfen - eher im Gegenteil - und schließlich Ihre Frau, die nicht versteht, warum sie immer noch ständig Nachtschichten schieben müssen und seit Jahren die Ihnen in Aussicht gestellte Beförderung ausbleibt - sie glaubt inzwischen, dass Sie daran schuld sind. Das alles belastet Sie sehr - jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr - schon jahrelang. Können Sie sich das vorstellen? Ja? Dann stellen Sie sich jetzt vor, Sie fassen den Entschluss zu kündigen. Nur erst mal den Entschluss. Sofort, von einer Sekunde auf die andere fühlen Sie sich viel besser. Alles was Sie bisher belastet hat ist wie ausgehebelt. Sie leben ab sofort in der Vorstellung Ihres neuen Arbeitsplatzes. All die Mühsal der Arbeit, die Ihnen keinen Spaß macht, die vielen Kilometer Arbeitsweg, das Mobbing der Kollegen, nichts davon geht Sie mehr was an. Es geht ja zu Ende. Sie müssen sich damit nicht mehr abfinden. Sie konzentrieren sich ganz darauf, eine neue andere Arbeitsstelle zu finden. Sie leben ab sofort in der Vorstellung, wie es dort sein wird. Merken Sie was? Nur schon durch den eigenen Entschluss, die eigene Verpflichtung nur Ihnen selbst gegenüber, an Ihrer Situation etwas zu ändern, ändert plötzlich alles. Damit haben Sie zwar noch keinen neuen Job, aber Sie haben den wichtigsten ersten Schritt getan: Sie haben sich für sich selbst verpflichtet, Ihre Situation zu ändern. Auch wenn es dann noch dauert, Sie werden die neue Anstellung finden und damit Ihr Leben bereichern.

Diejenigen, die einst diese hochherrschaftliche Villa ihr Heim nennen durften und ihnen diese nicht einfach erbschaftlich in den Schoß gefallen ist oder sie mit diesem dann vielmehr in diese Villa, hatten Zweifels ohne die Fähigkeit, sich die Frage, was sie sind beziehungsweise sein wollen, klar zu beantworten. Mit dieser genauen Blaupause ihres Lebens haben sie ihr Schicksal selbst in die Hand genommen um nicht eher Ruhe gegeben, bis sie genau die für sie richtige Bühne des Lebens gefunden haben, auf der sie mit ihrer Paraderolle den Erfolg hatten, den Sie haben wollten.

Der große Jedi-Meister Yoda aus der Starwars-Trilogie sagte einst zu seinem Schüler: "Tu es oder lass es! gibt es nicht".


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