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Verlassenes Grandhotel im westböhmischen Bäderdreieck ...

... und warum ein goldener Käfig wirklich ein Gefängnis sein kann.

Sie haben mehr Geld, als wir uns vorstellen können, es je halbwegs sinnvoll auszugeben. Sie sind umgeben von Glitzer und Glamour. Alles was sie haben ist größer, höher, weiter und vor allem schöner als das unsrige. Sie führen scheinbar ein Leben, das so erfüllt, glücklich und gleichzeitig unbeschwert ist, wie es das von uns normalsterblichen niemals wird sein können. Ob aus dem Fernseher, dem Internet-Browser oder von den Titelseiten der Hochglanzmagazine, sie grinsen uns an, als wollten sie uns hämisch sagen: "Das habt ihr alles ni_icht – haa haa, aber wi_ir!". Wir schauen in das Leben der schönen und reichen und beklagen, wie doch mehr Gegenstand sozioökonomischer Theorien ist, als des wahren Lebens.

Soviel zur Draufsicht. Die Innenansicht eines solchen Lebens zeichnet tatsächlich ein etwas anderes Bild. Zweifels ohne gehörten die Menschen oben beschriebener Provenienz zur früheren Kernzielgruppe der Gäste dieses heute verlassenen und verfallenden Grandhotels. Obwohl eine Übernachtung in diesem opulent verzierten schlossähnlichen Hotel sicher ein kleines Vermögen gekostet hat, war man in seiner Bewegungsfreiheit teilweise eingeschränkter als in einer Haftanstalt. Nahezu jede Handbewegung, jede Geste, jedes Wort verlangte nach peinlicher Einhaltung der Etikette. Allgegenwärtig die Knute Knigges, die in Gestalt abfällig-strafender Blicke der anderen auf einen niederprasselte, wenn man auch nur ein Mal das falsche sagte oder tat. Da bezahlt man einen Haufen Geld um in dieser Luxusherberge dann kaum muff noch maff sagen zu dürfen. Ob das einem wirklich gefallen kann – geschweige denn auf Dauer?

Die Fernsehserie "Dallas" war eine der erfolgreichsten Seifenopern der 70er und frühen 80er Jahre. Ein Grund dafür waren die Einblicke in das Leben der superreichen Familie Ewing, das beladen war mit Intrigen, Streit und Missgunst und immer wieder auch mal überschattet von schwerer Krankheit und einem tragischen Todesfall in der Familie. Eine für viele doch befriedigende Erkenntnis, dass all der überbordende Luxus und die Hunderte Millionen Dollar Vermögen, das die Familie mit Erdöl gemacht hat, kein Garant für ein sorgenfreies glückliches Leben ist.

Wie der berühmte Alchemist und Philosoph Paracelsus schon feststellte: "Die Menge macht das Gift". Dabei hatte er sicher allem voran medikamentös wirkende Substanzen im Sinn, doch sehe ich diesen Erkenntnis-Grundsatz durchaus auch auf Reichtum anwendbar. Klar, mit kaum einem Knopf in der Tasche lässt es sich trotz aller Genügsamkeit, eines noch so sonnigen Gemüts und einer noch so zuversichtlich-positiven Lebenseinstellung kaum wirklich gut leben. Monetäre Unterdosierung. Hat man genug, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und sich vieles von dem zu gönnen, was das Leben nach eigenem Gusto erst so richtig lebenswert macht, dann will ich von der richtigen pekuniären Dosierung sprechen. Eine Überdosis Geld schadet aber. Wenn Sie jetzt vielleicht entgegnen wollen: "Quatsch, das einzige, was noch besser ist als viel Geld, ist noch mehr Geld", dann will ich versuchen, an folgenden Beispielen deutlich machen, was ich damit meine.

Wenn ich mir etwas Neues leiste bzw. leisten kann, dann freue ich mich wie der so oft metaphorisch bemühte Schneekönig. Wenn es zum Beispiel ein neues Auto ist, dann bin ich schon Tage vorher beseelt von Vorfreude. Da wird das Ziel der Jungfernfahrt schon lange vorher intensiv diskutiert, als wäre es ein Ereignis von staatstragender Bedeutung. Wenn das neue Gefährt dann endlich da ist, ist die Freude groß und jede der ersten Fahrten ein besonderer Genuss. Wenn ich mir jetzt nur mal vorstelle, ich hätte so viel Geld, dass ich einfach in ein Autohaus gehen kann und mir das jeweils größte, schnellste oder komfortabelste Auto kaufen könnte, das der jeweilige Hersteller zu bieten hat und das immer wieder, sobald mir nur der Sinn danach steht, dann würde der Schneekönig in mir wohl verstummen. Der Reiz wäre weg. Die Luft wär' raus. Alles jederzeit und sofort haben zu können, lässt den "Freude-Nerv" absterben; er wäre mit nichts mehr zu stimulieren. An dieser Lähmung zu leiden halte ich wirklich für einen Verlust an Lebensqualität, der mit keinem materiellen Reichtum aufzuwiegen möglich ist. Ich müsste zudem mindestens Psychologie studieren, um noch zu erkennen, wer mit mir und wer eher mit meinem Geld befreundet sein will. Auch wäre ich wohl ständig auf der Flucht. Als sehr reicher Mensch ist man schon qua Reichtum unweigerlich prominent. Nehmen wir nur die millionenschweren Aldi-Brüder. Sie mussten ein Leben führen wie Geheimagenten, sich ständig tarnen, immer auf der hut vor Paparazzi und anderen aufdringlichen Zeitgenossen, die es auf ihr Geld und ihren Einfluss abgesehen haben. Sich einfach so mal in ein Straßencafé setzen oder an einem heißen Sommertag in einem See baden gehen – völlig ausgeschlossen. Schließlich würde ich in ständiger Angst leben müssen, erpresst oder gar entführt zu werden. Dieses Schicksal erlitt beispielsweise der Erbe des Backpulver-Imperiums "Dr. Oetker", Richard Oetker, dessen Vater 21 Millionen D-Mark an Lösegeld zahlte, um seinen von den Entführern schwer verletzten Sohn wieder frei zu bekommen. Tödlich endete gar die Entführung des Bankierssohns Jakob von Metzler obwohl das Lösegeld von 1 Million Euro von der Familie sofort gezahlt worden ist.

Was wäre das für ein Leben? Jedenfalls keines für mich. Ich würde wohl tatsächlich so viel von meinem Reichtum an die abgeben, die zweifelsfrei viel zu wenig haben, damit die Dosis wieder stimmt. Sie könnte und sollte freilich hoch sein, aber eben nicht zu hoch. Mit einem Blick auf mein Bankkonto muss ich nur feststellen, dass ich die Gefangenschaft in einem goldenen Käfig wohl auf Dauer nicht werde fürchten müssen. Wirklich (!) gut so!


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