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Verlassenes Hochschulinternat in der Uckermark

Inmitten der schönen Wald- und Seenlandschaft der Uckermark fristet das beeindruckende Gebäudeensemble seinen Dornröschenschlaf, das bis Mitte der 50er Jahre eine der führenden Hochschulen im deutschsprachigen Raum beherbergte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der DDR verlor die Schule ihren ursprünglichen Zweck und damit ihre einst herausragende Bedeutung. Der weitläufige Gebäudekomplex wurde dann noch einige Zeit für die Ausbildung von Lehrern und Sozialpädagogen genutzt, womit schließlich Mitte der 90er Jahre auch Schluss war. Seitdem stehen die vielen großen und teils sehr eindrucksstarken Räume leer, was den fortschreitenden Verfall seither nur noch befördert.

Der altehrwürdige Hochschulkomplex passt leider in seinem Zustand in die heutige Zeit, in der Schulen in Serie Dicht gemacht werden. Seit der Wiedervereinigung schellte alleine im Osten Deutschlands in rund 3.000 Grundschulen die Schulglocke schon lange zum letzten Mal. Das liegt nicht nur an der demographischen Entwicklung, die für einen permanenten Rückgang der Schülerzahlen sorgt, sondern auch an den klammen Kämmerer der Komunen, denen es immer schwerer fällt, die Kosten eines Schulbetriebs zu stemmen. Aus meiner Sicht ist das aber noch nicht die ganze Wahrheit. Es ist auch ein Ausdruck dafür, welchen Stellenwert und welche Priorität wir der Bildung unserer nächsten Generation einräumen. Die Pisa-Studie hat uns eindrücklich vor Augen geführt, dass wir in Sachen Bildung im europäischen Vergleich bestenfalls noch Mittelmaß sind. Für den vielfach postulierten Technologie- und Innovationsstandort Deutschland, der vergleichsweise arm an Bodenschätzen oder anderen "stillen Reserven" ist, womit man die Folgen eines sinkenden Bildungsniveaus kompensieren könnte, eine bedenkliche Entwicklung.

Möglicherweise ist das Problem aber noch grundsätzlicher. Vor noch nicht all zu langer Zeit konnten Eltern ihren Kindern für das spätere Leben wirklich brauchbares Wissen vermitteln. Auch wenn sie nicht mehr in allen Lebensbereichen auf dem allerneuesten Stand der Dinge waren, so haben sich die Verhältnisse während einer Generation doch nicht so sehr geändert, dass das gesammelte Wissen und die Lebenserfahrung obsolet geworden wären. Heute ist das anders. Alleine die technische Entwicklung schreitet so schnell voran, dass man mit dem Stand der Technik von vor gut 20 Jahren bestenfalls noch Museumsbesucher begeistern kann. Auch die Kommunikation hat sich radikal verändert. Zum Beispiel hat der Chat das Telefon vielleicht nicht ganz ver-, aber doch sehr stark zurückgedrängt. Und nicht zuletzt auch die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ändern sich in einer bisher nicht gekannten Geschwindigkeit. Um nochmal die technische Entwicklung zu bemühen, die den Wissenstransfer zwischen den Generationen inzwischen auf den Kopf gestellt hat: Da wird der Sohn oder die Tochter gebeten, den doch endlich angeschafften Computer einzurichten, die wichtigsten Funktionen zu erklären und wie das mit dem Internet und den Emails geht. Das wiederholt sich dann mit dem ersten Smartphone, das die Eltern endlich gegen den alten Nokia-Knochen tauschen, aber im wesentlichen auch nur, weil der Wagen mit der entsprechenden Handy-Konsole in Zahlung gegeben wurde, gegen einen, in dessen Betriebsanleitung so komische Begriffe stehen, wie Keyless Go, USB-Port oder Bluetooth-Schnittstelle, deren Erklärung Vater oder Mutter ebenfalls beim Filius nachsucht.

Das hat wiederum auch Auswirkungen auf unser Bildungssystem, das in seiner gegenwärtigen Organisationsform immer mehr droht, zu einem bürokratischen Dinosaurier zu verkommen. Während einerseits in so vielen Bereichen eine europäische Harmonisierung angestrebt wird, ist insbesondere für die gymnasialen Oberstufen die Kultusministerkonferenz zuständig, die wiederum den einzelnen Bundesländern (!) nur Empfehlungen zur legislativen Umsetzung geben kann. Ein Zustand anachronistischer Kleinstaaterei.

Es mangelt also nicht nur an der nötigen finanziellen Ausstattung der Schulen, sondern auch an einer zeitgemäßen Organisationsform.

Zumindest nach meiner Überzeugung brauchen wir wieder mehr statt immer noch weniger Schulen, besser und zeitgemäß ausgebildete Lehrer und Lehrpläne, die inhaltlich in die heutige Zeit passen. Denn was heutzutage nicht selten auch einigermaßen überforderte Eltern so vor den Toren unserer Schulen abladen, ist mit den gegenwärtigen Mitteln nicht dazu geeignet, aus den Heranwachsenden zukünftige Mitglieder unserer Gesellschaft zu machen, die sich so einbringen können oder wollen, dass unsere Wohlstands- und Wohlfahrtsgesellschaft, wie wir sie bisher kennen, aufrechterhalten werden kann.

Denn schließlich steigern auch die heutigen Eltern die Anforderungen an das Schulsystem. Immer mehr der eigentlich elterlichen Erziehung wird auf die Schule abgewälzt. Da gibt es Eltern, die haben im "Kampf" mit ihren Kindern schon lange das Handtuch geworfen. Dann gibt es heute viele Alleinerziehende, die glauben, dass das Fehlen des väterlichen (selten auch mal des mütterlichen) Teils unausweichlich zu folge haben muss, dass Kinder einem auf dem Kopf 'rumtanzen. Und dann gibt’s da noch die Doppelverdiener, die beide fast rund um die Uhr schuften, um sich selbst zu verwirklichen und um das große Haus, in dem sie wohnen, zu bezahlen, in dem die Kinder je ein großes Zimmer haben, in dem sie dann alleine hocken und randalieren, weil keiner der beiden Eltern mehr Zeit hat, sich mit ihnen zu beschäftigen. Das sind freilich Extreme, die ich nur um der Verdeutlichung des Problems Willen so formuliert habe.

Es muss schließlich mehr in Schulbildung investiert werden, wenn wir nicht zu einem großen Teil die Zukunft unseres Landes verspielen wollen. Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt, wie es unser Ex-Verteidigungsminister Peter Struck einst behauptete, sondern in unseren Grundschulen!


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