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Verlassenes Hotel an der Mecklenburgischen Seenplatte

"Sie werden platziert". So stand es geschrieben am Eingang zu Restaurants und Hotel-Speisesälen in der DDR. Dieser, jeder gastfreundschaftlichen Höflichkeit entbehrende Hinweis, hätte auch aus dem Befehls-Repertoire eines NVA-Offiziers entstammen können. Der geübte DDR-Bürger ertrugs gleichmütig wie geduldig, bis ihm ein Platz zugewiesen wurde, war er doch froh, überhaupt bis hierhin gekommen zu sein, galt es damals doch als Auszeichnung, vom Arbeits- zu diesem Urlaubsplatz gekommen zu sein. Die Betriebe, allermeist mit der Eingangs-Bezeichnung "VEB", hatten damals eine ungeheure Einflussmacht auf das Leben der Menschen im östlichen der beiden damaligen Teile Deutschlands; man entschied eben auch über die Vergabe begehrter Urlaubsplätze, wobei man seine Chancen, den Zuschlag zu bekommen, mit systemkonformem Verhalten deutlich steigern konnte. Lang ist's her – gut, dass es vorbei ist.

Der riesige Hotelkomplex, den wir heute besuchen, ist ein überkommenes Zeugnis dieser Zeit, in der er gleichzeitig vollkommen stehengeblieben ist. Wie relativ doch nicht erst seit Einstein alles ist, zeigt der Luxus, der für die damaligen Verhältnisse hier herrschte. Gemessen an dem, was heute gemeinhin als Luxus gilt, definiert dieser alte Betonklotz aus den 70ern nun das glatte Gegenteil davon. Ex oriente lux, ex occidente luxus (Aus dem Osten kommt das Licht und aus dem Westen der Luxus, Stanislaw Jerzy). Fast schon ein Wunder, dass das Hotel bis vor einem guten halben Jahr noch in Betreib war und offensichtlich bis dahin Gäste fand, die den postsozialistischen Mief der 70er atmen wollten oder ihn zumindest erduldeten.

Doch nicht nur konkret diesem alten Kasten wird denkbare Geringschätzung zu Teil. Nahezu alle Zweckbauten dieser architektonischen Stilepoche gelten weithin eher als baulicher Schandfleck denn als jüngerer architekturgeschichtlicher Bestandteil des Bildes unserer urbanen Umgebung. Schon immer war es so, dass eben erst alt, verbraucht, unnütz gewordenes in der Gefahr steht, in seinem späteren historischen Wert verkannt zu werden, was später regelmäßig bereut wird. Nach meinem persönlichen Eindruck zumindest werden die baulichen Zeugnisse der 70er als besonders tilgens- und entsprechend wenig erhaltenswert angesehen. Alleine in meinem persönlichen Umfeld weiß ich von mehreren bevorstehenden Abrissen, aus denen wenig mehr als ein paar meiner Bilder aus den letzten Tagen der betreffenden Bauwerke übrig bleiben werden. Dabei war es doch eine spannende und stilbewusste Zeit, die der Tischfeuerzeuge, Schlaghosen, Kugelboxen, Pril-Blümchen auf dem Kühlschrank und Dallas als Pflichtprogramm im Fernsehen, wobei jeder heimlich so fies wie JR sein wollte und der VW Golf in seine designvollendeten Sachlichkeit erfolgreich und ebenso stilprägend debütierte. Aus meiner Sicht wird es einmal spannend zu erleben, wie man eines Tages erkennen wird, dass man einen Baustil weitgehend aus dem Zeitstrahl der Architekturgeschichte herausgerochen hat. Wahrscheinlich kommen die wenigen Bauten, die überlebt haben dann zu später aber um so größerer Wertschätzung. Man wird sie behutsam mit viel Aufwand sanieren und um sie den Schutzschirm des Baudenkmals aufspannen.

Um so mehr freuen wir uns und sind dankbar, diesen riesigen Hotelkomplex vor seinem nahenden Ende durch die einschwingende Abrissbirne noch fotografisch erfasst haben zu dürfen. Eindrückliche Perspektiven mit viel Stil und Charakter durften wir bildhaft mitnehmen.

Nach vielen erfüllenden Stunden verlassen wir das alte Hotel dann als eine seiner letzten Gäste und lassen es zurück, nur noch wartend auf sein letztes Morgenrot über dem schönen See, an dessen Ufer es zur Zeit noch steht.


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